Trier

Trier – geliebte Vaterstadt

 

Es gibt nur wenige Städte, in denen Vergangenheit und Gegenwart, Stadtbild und Landschaft so zusammen gehören wie in Trier. Das Leitmotiv dieser städtebaulichen Komposition ist die zweitausendjährige Geschichte der Moselstadt. Ihr hohes Alter mag den, der sie zum ersten Mal besucht, erwarten lassen, er finde hier einen romantisch versonnenen Ort vor. Trier ist aber keine altdeutsche, sondern Deutschlands älteste Stadt. Als Augusta Treverorum war sie schon kurz nach dem 2. Jahrzehnt vor Christus eine Großstadt und unter den spätrömischen Kaisern eine europäische Hauptstadt. Dieses „andere Rom“, wie es die mittelalterlichen Chronisten genannt haben, tritt noch heute im Stadtbild in Erscheinung, ebenso wie die Baudenkmäler der späteren Jahrhunderte. Das geschichtliche Nacheinander von keltisch-germanischer Frühzeit, römischer Antike und deutschem Mittelalter, von Neuzeit und Gegenwart und das daraus gewachsene und überkommende Nebeneinander der Geschichtszeugnisse an Straßen und Plätzen und in den Museen, haben Trier zu einer besonderen, einzigartigen Stadt gemacht. Lange Jahre lag Trier abseits der großen Reisewege. Jetzt ist Trier wieder das gastfreundliche Tor im Herzen Europas. Keine Stadt besitzt so eine Fülle von aufragenden Bauwerken aus der Römerzeit wie Trier. Das Wahrzeichen der Stadt, die Porta Nigra, diese schwarze Torburg. Die Konstantinbasilika, Palastaula mehrerer römischer Cäsaren, die großen Bäderruinen der Kaiser- und Barbarathermen. Das Amphitheater, die große Arena der römischen Schaukämpfe. Die Römerbrücke mit ihren uralten Steinquadern. Das alles sind Zeugnisse einer Epoche, da Trier das „Rom des Nordens“ war. Aber auch aus einem anderen Grund wurde Trier „Roma secunda“ genannt: Als Zentrum des frühen Christentums, als ältester deutscher Bischofssitz, als Stadt großartiger Kirchen und als Standort ehrwürdiger Kloster und Stifte. Die Doppelkirche Dom/Liebfrauen reicht sogar bis in die Zeit Kaiser Konstantins zurück. Den Hauptmarkt beherrscht der spätgotische Turm von St. Gangolf. Direkt an der Porta Nigra liegt das Simeonstift und im Trierer Süden erhebt sich über dem Grabe des Apostels die Abtei St. Matthias.

 

Die Trierer Erzbischöfe waren zugleich deutsche Kurfürsten. Trier war ihre Residenzstadt und Hauptstadt des Kurstaates, der bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Bestand hatte. In der Neuzeit haben die Kurfürsten das römische und mittelalterliche Trier noch reich mit Renaissance- und Barockbauten verschönert.  Großartige Zeugnisse dieser Epoche bilden das Jesuitenkolleg, das Palais Kesselstadt, das kurfürstliche Palais und die von Balthasar Neumann entworfene Kirche St. Paulin im Trierer Norden. So ist Trier im Besitz zahlreicher Baudenkmäler aus allen Epochen der abendländischen Baukunst.

 

Bei einer Betrachtung Triers darf der Wein nicht vergessen werden. Moselland ist Weinland und Trier ist sein Mittelpunkt. In den zahllosen Kellergewölben der Moselmetropole gibt es riesige Mengen des flüssigen Goldes, das an den sonnigen Hängen von Mosel, Saar und Ruwer wächst. Wer bereit ist, Jahrgänge, Lagen und Auslesen zu probieren, sollte viel Zeit mitbringen. Schier unermesslich scheint die Reichhaltigkeit des Angebotes zu sein.

 

Wer Trier besucht, der wird feststellen, dass Trier von seiner Vergangenheit nicht erdrückt, sondern getragen wird und dass die über zweitausendjährige Stadt an der Mosel gerade wegen ihres Alters eine so reiche und lebendige Gegenwart besitzt.

Die Kommentare sind geschlossen.